Dienstag 18 Dez 2018

Geschichte der Schützenhalle aus der Chronik



Obwohl es sich heute nicht mehr sicher nachvollziehen lässt, ist zu vermuten, dass der heutige Standort der Schützenhalle auf die exponierte Lage des Grundstücks „Auf dem Küppel“ oberhalb des Dorfes sowie der zentralen Lage zwischen den beiden Ortsteilen Mathmecke und Wenholthausen der heutigen Kirchengemeinde zurückzuführen ist.

Möglicherweise hat auch der zur Eibelkapelle  führende Kreuzweg sowie die Lage am Fuße des historischen „Eibels“ (vermutlich frühere Gerichtsstätte) die Standortwahl beeinflusst. Vielleicht waren es aber auch nur reine  Praktikabilitätsgründe, weil dass Grundstück von der politischen Gemeinde  vom Verein nach einer Pachtzeit 1890 für
45,oo DM erworben werden konnte.

Welche Gründe auch immer für die Standortwahl führten, sind nicht bekannt. Aber unmittelbar nach dem Kauf des Grundstücks begann der Verein mit der Errichtung einer Trinkhalle sowie eines Tanzzeltes. Dies wurde unter den Vorständen Engelbert Schulte-Engelberts, Josef Hüllmann und Adam Quinkert (Oesterberge) beschlossen.

Mit einem Barvermögen von 300 - 400 DM und durch den Verkauf von Anteilscheinen für insgesamt 1.655,50 Mark sowie mit sehr viel Mut und Eigenleistung entstanden eine Trinkhalle und ein Tanzzelt.
Bau der Halle

Im Jahre 1912  erfolgte unter der Baukommission von Landwirt Franz Osebold, Schreinermeister Josef Dünnebacke und Rentner Franz Schulte/Grewe der Saalbau.

In den Jahren 1921/22 wurde der Anbau des Kellers mit Speisesaal (heutiger Kühlkeller mit Thekenbereich) durchgeführt.

In den Jahren 1939 bis 1943 diente die Halle als Gefangenenlager für Kriegsgefangene. Aufenthaltsraum war der Bereich des heutigen Thekenteils sowie der hintere, durch einen Zaun abgetrennten Teil des großen Saales.
Die Wachmannschaften hielten sich im kleinen Saal auf. Durch die Kriegsereignisse im Frühjahr 1945 wurden der Schankraum (heute Knuwwelecke genannt) durch Granatbeschuss restlos und die große Grundmauer erheblich zerstört.

Nach dem Krieg trafen sich die Schützen erstmalig am 06.07.1947 zur Generalversammlung, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Bei der Generalversammlung am 25.01.1948 heißt es im Protokoll zu Bauangelegenheiten: “Es wurde angeregt, an der Halle vorläufig nur die nötigsten Reparaturen auszuführen, um das Gebäude vor weiterem Verfall zu schützen. Vor allen Dingen sollten die fehlenden Tische, Bänke und Stühle durch Neuanschaffungen ersetzt werden und Reparaturen soweit durchgeführt werden, wie die nötigen Baustoffe hierfür greifbar sind”.
Ein besonderer Bauausschuss wurde gebildet mit den Schützenbrüdern Wilhelm Speckenheuer, Franz Schäfers, Walter Beckmann und Hermann Rüther. Hieraus lässt sich erkennen, dass nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch die sachlichen Mittel äußerst bescheiden waren.

Bau der Halle

Am 21.03.1950 ist bereits die Grundsteinlegung für die Vorderfront der Schützenhalle gelegt. Die Wände neben dem Haupteingang konnten hochgeklappt werden. Bauausführende Firma war das Unternehmen Josef Blume, Berge.

Wesentliche Teile der Schützenhalle bestanden aus Fachwerk, das nach außen hin verbrettert war. So wurde es notwendig im Jahr 1953 die Seitenwände zur Mathmecke und Königstraße auszumauern. 1954 sind freistehende Toiletten erneuert worden.Halle vor 1958

Schützenhalle vor 1958

Der erste größere Hallenanbau erfolgte, nachdem am 23.12.1958 die außerordentliche Generalversammlung grünes Licht gegeben hatte, im Jahr 1959 mit der Erstellung einer Bühne und dem darunter liegenden Speisesaal (heute Duschraum).
Wie immer galt es auch hier, erhebliche Eigenleistungen aufzubringen. So sei hier stellvertretend die Sachspenden des gesamten Bauholzes für das Fachwerk durch den Holzhändler Adolf Hornberger erwähnt.
Es wurden auch Anteilscheine von 10, 20 und 50 DM ausgegeben, die so wurde versprochen, später wieder eingelöst werden sollten. Dem damaligen Vorstand war von Anfang an klar, dass auch die Schützen dieses Versprechen nicht ernst genommen haben, und so ist es auch gekommen, wie es kommen musste: Diese Gutscheine waren letztlich eine Spende und sind nicht zurückgezahlt worden.
Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 24.000 DM, was für die damaligen Verhältnisse einen erheblichen Aufwand darstellte.

Die nächste größere Investition erfolgte 1962 mit der Dach- und Toilettenerneuerung sowie dem Thekenbau. 51.313 DM an Baukosten sind in den Büchern verzeichnet, wobei öffentliche Zuschüsse durch Gemeinde, Kreis sowie Spenden der Firma und Familie Veltins und des Ehrenbürgers der Gemeinde Wenholthausen Dr. Fritz Honsel geleistet worden sind.

Bau der Halle

Wer erinnert sich heute noch, dass im kleinen Saal eine eigene Bühne vorhanden war, auf welcher viele Jahre hindurch der Theaterverein seine Lustspiele aufführte. Im Jahre 1970 wurde diese Bühne abgerissen und im gleichen Jahr wurde der Hallenboden abgerissen und im gleichen Jahr der Hallenboden komplett erneuert.
1975 erfolgte eine komplette Dachsanierung unter Eindeckung mit Dachschindeln, gleichzeitig wurden die Dachrinnen komplett erneuert. Für 31 Tische wurde das Material angeschafft und diese wurden in Eigenleistung gebaut. Die Gesamtinvestition dieses Jahres betrug 41.500 DM.

Im Jahr 1981 ist eine Schiebe-Trennwand zwischen dem großen und kleinen Saal eingebaut worden und 1982 erfolgten Änderungen an der Theke im Eingangsbereich und die Erstellung einer neuen Garderobe.

Einen großen Aufwand stellten der Bau des heutigen Clubraums und die Umstellung der Heizung von Strom auf Gas dar. 54.000 DM waren zu finanzieren.

Der Hallenvorplatz, wie er sich in seiner jetzigen Form darstellt, konnte im Jahr 1987 mit einem Zuschuss der Gemeinde erstellt werden.

Vorplatz der Halle

Bereits zwei Jahre später, im Jahr 1989, sind umfangreiche Anbauten und Renovierungen durchgeführt worden.
Der Vorstand ließ sich auf der Generalversammlung einen Finanzrahmen von 350.000 DM mit den Risiken eines Umbaues genehmigen. Im Bauprogramm waren die Schaffung einer neuen Küche sowie neuer Toiletten mit darüber liegendem Schießraum für die Sportschützen vorgesehen.
Eine solch große Investition musste erst einmal finanziell überstanden werden, so dass die folgenden Jahre zunächst der Konsolidierung und Abtragung der Schulden dienten.

Der Kühlkeller und die Heizung erfuhren 1995 Renovierungen und immer wieder, vor allem aber im Jahr 1996, ist die gewaltige Stützmauer ausgefugt worden.

Stuetzmauer der Halle

1997 begann das Programm des schrittweisen Auswechselns der Fenster und, -ausgelöst durch den verheereden Brand auf dem Flughafen in Düsseldorf-, erfolgten 1998 die behördlichen Überprüfungen sämtlicher Versammlungsräume, so eben auch der Schützenhallen. Die sicherheitstechnische Überprüfung am 24.08.1998 erbrachte Mängel, zu deren Beseitigung
35.000 DM aufzuwenden waren.
Auch noch im Jahr 2000 waren Investitionen in die Sicherheitstechnik, vor allem für Rettungswege, Fluchtwege und Notbeleuchtung, erforderlich.
Die Außenbeleuchtung musste erneuert und das Hallendach komplett neu eingedeckt werden. Die Gesamtinvestition in diesem Jahr belief sich auf 100.000 DM.

Zur Verbesserung der Vermietbarkeit wurde eine Akustikdecke für die Musikbühne eingebau und die Beleuchtung im großen Saal wurde erneuert.

Buehne

Nachdem bereits Jahre zuvor 400 neue Stühle angschafft worden waren, wobei die Schützenbrüder jeweils ihren Stuhl für 65 DM zu kaufen hatten, musste das damalige Kontingent um 100 Stühle ergänzt werden.
Eine komplette Erneuerung vorhandener und die Erstellung zusätzlicher Duschen im früheren Speisesaal erfolgte ebenfalls größtenteils in Eigenleistung.

Duschen

Alle diese Investitionen dienten nicht einem Selbstzweck. Die Schützenhalle der Bruderschaft ist eine Dorfhalle.
Zu jeder Zeit waren Vorstände und Schützenbrüder bereit, sich finanziell, vor allem aber auch durch ihre Arbeitsleistung, in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.

All denen, die daran geholfen haben, gilt der herzliche Dank des heutigen Vorstandes.
Ein Dank gebührt aber auch der früheren Gemeinde Wenholthausen bis 1974 sowie der Gemeinde Eslohe ab 1975.
Nicht zu vergessen sind die finanziellen Unterstützungen durch den Altkreis Meschede, durch die Firma und Familie Veltins, die Frima Honsel und Severin und durch etliche Privatpersonen, die nicht genannt sein wollten.

Halle im Nebel


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